Die Tradition lebt in ihrer Kontinuität

Vor kurzem ist ein wundervolles Buch erschienen, das einen guten Überblick über die Reform der Reform von Benedikt XVI. und den aktuell in Deutschland tätigen Gemeinschaften der Tradition. Ein großes Dankeschön an den Patrimonium Verlag der dieses Opus herausgegeben hat.

Stegherr, Max: Die Renaissance der katholischen Tradition, Heimbach 2015. 603 Seiten. ISBN 978-3-86417-034-8 €29.80

Wiederentdeckt – Kardinal Pie von Poitiers

In diesem Jahr wurde ein Geistlicher, der in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten war, dem Dunkel entrissen – der Kardinal Pie von Poitiers. Verantwortlich dafür ist der Verleger Peter Barthold der mit seinem Carthusianus Verlag im letzten und in diesem Jahr insgesamt zwei wichtige Werke des Kardinals veröffentlicht hat. Im Jahr 2014 erschien

Kardinal Pie von Poitiers – Nachfolger des hl. Hilarius
Ausgewählte Texte
herausgegeben von Prof. Dr. Michael Fiedrowicz, 304 Seiten.

Verlagstext:

Kardinal Pie (1815-1880) gehörte zu den bedeutendsten französischen Bischöfen des 19. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten wurde der Bischof von Poitiers mit seinem Vorgänger Hilarius verglichen und als „Widerschein seiner Gestalt“ und „Echo seiner Stimme“ bezeichnet. In beeindruckender Weise verstand er es, Leben und Lehre dieses Kirchenvaters des vierten Jahrhunderts mit den Fragestellungen und Herausforderungen der Gegenwart in Beziehung zu setzen.

Ebenso wie Hilarius der Bestreitung der Gottheit Christi durch die Arianer entgegengetreten war, erwies sich Mgr Pie als kraftvoller Verteidiger dieses Glaubensgeheimnisses gegenüber den Angriffen seitens des neuzeitlichen Naturalismus und Rationalismus. Hatte Hilarius den Machthabern seiner Zeit widerstanden, wo diese die Glaubenswahrheiten der Kirche politischem Kalkül unterwarfen, so widersetzte sich Pie allen Säkularisierungstendenzen, um die Wiederherstellung einer christlichen Gesellschaftsordnung einzufordern, die auf den Prinzipien der übernatürlichen Offenbarung gegründet war. Die vorliegende Textauswahl ist die erste Übersetzung in deutscher Sprache.

und in 2015 erschien

Kardinal Pie von Poitiers – Alles in Christus erneuern: Bischofsworte zur Wiedererrichtung einer christlichen Gesellschaft
herausgegeben von Prof. Dr. Michael Fiedrowicz, 352 Seiten.

Verlagstext:

Dieser zweite anlässlich des 200. Geburtstages des Verfassers von Herrn Prof.Dr. Fiedrowicz herausgegebene Auswahlband widmet sich ebenfalls intensiv zahlreichen Problemen der Moderne, die schon vor weit mehr als hundert Jahren von Kardinal Pie eingehend analysiert wurden, aber immer noch nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Pie zeigt deutlich auf, wie sehr das menschliche Leben durch die Aufgabe christlicher Prinzipien nicht nur im Privatleben, sondern insbesondere auch in der Gesellschaft erheblichen Schaden erleidet.

Hier wird der Anspruch vertreten, dass das Christentum nicht nur als eine bloß private Angelegenheit segensreiche Wirkungen hervorruft, sondern gerade auch in der Gesellschaft als solcher durch seinen prägenden Einfluss das menschliche Wohlergehen befördert.

Die Verzauberung der Welt

So der Titel der Kulturgeschichte von Jörg Lauster aus dem Verlag C.H. Beck, die heute per Post eintraf. Allein die Umschlaggestaltung und das Erscheinungsbild des Buches machen Lust auf nächtliche Lesestunden. Die Hinweise zum Buch auf den Seiten des Beck Verlages steigern die Spannung, so daß man sich am liebsten sofort mit einem Glas Wein und einer Decke in den Lesesessel fallen lassen möchte.

buch_verzauberung

„Die christliche Kultur ist der Schlüssel zum Verständnis des Abendlands. Jörg Lauster zeigt, wie sie seit der Antike nicht nur die Künste, sondern auch das Zusammenleben, Wirtschaften und Herrschen vor allem in Europa zutiefst geprägt hat. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, entlang klug ausgewählter Beispiele einen großen erzählerischen Bogen vom Urchristentum bis heute zu spannen.
Die tragenden Grundüberzeugungen des Christentums sind nicht allein in seinen klassischen Lehren, Riten und Institutionen zu finden, sondern auch in Musik, Kunst, Architektur und Literatur. Ein gregorianischer Choral kann wie eine Kantate Bachs etwas von der Harmonie des Universums zum Klingen bringen, eine gotische Kathedrale göttliche Erhabenheit einflößen, ein Bild oder eine Skulptur Michelangelos die Pracht der Welt als göttliche Schöpfung feiern, ein Gemälde Caspar David Friedrichs das unfassbare Geheimnis des Daseins versinnbildlichen und ein Roman Leo Tolstois die sittliche Kraft des Christentums deutlich machen. Jörg Lauster ruft in seiner fulminanten Darstellung die Glanzpunkte christlicher Kunst in Erinnerung, geht heute fremd gewordenen Formen nach und öffnet die Augen für den oft verborgenen Sinn christlicher Kultur. „

Quelle: C.H. Beck dort finden sich weitere Leseproben.

Lauster, Jörg
Die Verzauberung der Welt
Eine Kulturgeschichte des Christentums
2014. 734 S.: mit 89 Abbildungen davon 25 in Farbe. In Leinen
ISBN 978-3-406-66664-3

Erik Morstad: Mein Weg zur katholischen Kirche

1974 konvertierte der damals 43jährige norwegische lutherische Theologe und Bibelwissenschafter Erik M. Morstad zur Katholischen Kirche.

Am Vorabend des Jubiläumsjahres 2000 veröffentlichte er den Lebensbericht seiner Rückkehr, der nun bereits in vierter Auflage vorliegt und von Josef Kardinal Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) mit den Worten gewürdigt wurde: „eine Confessio, die gerade für diese Stunde von großer Bedeutung ist.“

Wenn ein lutherischer Bibelwissenschafter zur Katholischen Kirche überwechselt und rückblickend die Defizite seiner bisherigen Glaubensgemeinschaft aufzeigt, dann weiß er, wovon er spricht.

438 S., Paperback, 3. korr. Aufl. 2008 EUR 21,90

Michael Fiedrowicz: Die überlieferte Messe, Geschichte – Gestalt – Theologie

„Dieses Buch kommt zur rechten Zeit. Die rechtlichen Voraussetzungen zu einer Wiedergewinung der überlieferten Liturgie sind nach Summorum Pontificum und Universae Ecclesiae so gut wie nie in den vergangenen Jahrzehnten – trotz andauernder Behinderungen in vielen Diözesen. Gleichzeitig tritt auch die Notwendigkeit zur Neubelebung der klassischen Liturgie für die Gemeinden immer deutlicher zu Tage: Memorandumstheologen in Deutschland, Ungehorsams-Prediger in Österreich und der alltägliche liturgische Notstand in vielen Gemeinden lassen keine Zweifel mehr daran zu, daß die seit Jahrzehnten andauernde Unordnung in der Liturgie nicht nur Begleiterscheinung, sondern auch Ursache dramatischer Verluste an Glaubenssubstanz ist.“

via Motu Proprio – Meinung.