In Österreich wird konvertiert

„In den vergangenen Monaten ist die Anzahl von muslimischen Flüchtlingen, die konvertieren wollen, österreichweit massiv gestiegen. Fünf bis zehn Anfragen verzeichnet alleine die Erzdiözese Wien wöchentlich. 2016 machen Muslime rund die Hälfte von 83 zugelassenen erwachsenen Taufbewerbern in Wien aus, schätzt Friederike Dostal von der Österreichischen Bischofskonferenz. 2015 war es noch ein Drittel.“

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konversion begrüßt seinen neuen Autoren

Da dies mein erster Beitrag auf dem Blog konversion ist, sind einige einleitende Worte zu meiner Person und den Gründen, hier als Autor tätig sein zu dürfen, sicher angebracht.

Geboren in Hamburg und aufgewachsen in Schleswig-Holstein entstamme ich einer durch und durch lutherisch geprägten Familie. Entsprechend protestantisch erzogen wuchs ich auf, mit vierzehn Jahren wurde ich dann konfirmiert. Obwohl sich eine tiefere Verbundenheit zu meiner Gemeinde oder zur (gegenwärtigen) evangelisch-lutherischen Kirche nie eingestellt hat, war der Protestantismus fester Teil meines Wertegefüges, welches sich in konfessionellen Fragen gern simpler Gegensatzpaare bediente wie z.B. den folgenden: Protestantische Kirchen sind immer schlicht gestaltet (sind sie nicht!), katholische Kirchen immer überladen (sind sie nicht!). Protestanten sind wirtschaftlich erfolgreich, Katholiken nicht, oder kurz gesagt: Protestantismus ist gut, Katholizismus nicht.

Mit Religion hat das freilich nur sehr wenig zu tun, folglich irrte auch mein Glaube haltlos umher. Die ersten Brüche erfuhr dieses so fest wirkende Gefüge vor zehn Jahren mit der Wahl Kardinal Joseph Ratzingers zum Papst Benedikt XVI. und seiner ersten Enzyklika Deus caritas est, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Erstmals gewann ich den Eindruck einer lebendigen katholischen Kirche, der ich mich dann mit den Jahren auch immer vorurteilsfreier nähern konnte, bis hin zur gedanklichen Auseinandersetzung mit einer Konversion zum Katholizismus, die jedoch keineswegs bereits „beschlossene Sache“ ist.

Trotzdem möchte ich gern die Gelegenheit nutzen, dieses Zwischenstadium hier zu dokumentieren. So suche ich auch immer wieder gern das Gespräch mit Freunden unterschiedlicher christlicher Konfessionen. Die wenigen meiner Freunde, für die Religion ein alltäglicher Bestandteil ihres Lebens ist, sind zumeist Katholiken.
So war ich doch etwas verblüfft, in den vergangenen Wochen in meinem Freundeskreis gleich zweimal mit anderen Lutheranern, die sich selbst als gläubig bezeichnen, in eine Diskussion über den christlichen Glauben geraten zu sein, ist für die meisten heutzutage doch eher der kulturelle Faktor der Religion entscheidend. Mit meinen katholischen Freunden haben sich in der Vergangenheit bereits sehr spannende und tiefgehende Gespräche sowohl über die Bedeutung des Glaubens im allgemeinen und über seine Rolle im Alltag ergeben als auch über die Geschichte der christlichen Konfessionen.

Ganz anders verhielt es sich da zu meinem Erstaunen, wie sich diese „evangelischen Gespräche“ ein ums andere Mal am selben Sachverhalt aufgehängt haben, nämlich an meinem geplanten Austritt aus der EKD, der für mich gar kein großes Thema mehr darstellt. Das kam unerwartet, liegen doch, so dachte ich, genug Gründe für einen Austritt auf der Hand, daß dies nicht mehr als ein verständnisvolles Nicken auslösen könne. Hier irrte ich mich, auch wenn die Kirchenaustritte aus der EKD 2014 einen Zehn-Jahres-Rekord aufgestellt haben.

Wieso will ich eigentlich austreten? Für mich unterteilt sich das in eine politisch und eine religiös motivierte Ebene: Daß sich Vertreter und Organe der EKD regelmäßig politisch äußern, wo sie es nicht tun sollten (z.B. Käßmanns „Soldaten sind Mörder“ oder die zahlreichen Kommentare der EKD zum Islam), und schweigen oder kleinreden, wo es ihre Pflicht wäre, aufzuschreien (weltweite Christenverfolgung). Eine Organisation, die sich mehr wie eine mir unliebe Partei geriert, will ich nicht auch noch finanziell unterstützen. Aber die EKD gibt auch auf religiöser Ebene ausreichend Anlaß, mit ihr zu brechen und ihr die finanzielle Unterstützung zu entziehen; ich möchte nur auf die Empfehlung des Rates und der Synode der EKD hinweisen, homosexuelle Lebensführung und Pfarramt als vereinbar anzusehen und homosexuelle Lebensgemeinschaften von Pfarrern auch im Pfarrhaus wohnen zu lassen. Dies ist mit Gottes Wort nicht vereinbar und meines Erachtens ein nicht hinnehmbares Zugeständnis an einen vermeintlichen Zeitgeist.

Ganz so einfach machten meine Glaubensbrüder es mir jedoch nicht. Meine Motive seien offensichtlich rein politischer Natur; ich würde verkennen, daß die Kirche ja vom einzelnen aus das größere bilde, die EKD also gar nicht für mich sprechen könne und ich – au contraire! – nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Verpflichtung hätte, auf diese Weise verändernd wirksam zu werden. Daß die EKD als Zusammenschluß der evangelischen Kirchen in Deutschland da eine andere Sicht hat, wo sie doch gerade selbst eine Empfehlung von oben ausspricht, sei an dieser Stelle geschenkt. Bemerkenswerter ist da doch, wie auch mein Verweis auf die behaupteten Vereinbarkeit von Pfarramt und ausgelebter Homosexualität nur unter politischen Vorzeichen verstanden werden wollte. Es herrschte unter beinahe allen evangelischen Freunden die Auffassung vor, daß dies keine Frage des Glaubens sei, sondern Privatsache. Daß hier seitens der EKD eine Grenze überschritten worden sein könnte, indem sie Glaubensinhalte nach Belieben so verdreht, bis sie ins (politische) Programm passen, war nicht vermittelbar.

Immer wieder wurden diese Auslassungen auch mit Vorwürfen vermischt, wie ich denn zu den Katholiken übertreten könne, die ja genug Dreck am Stecken hätten (welcher Art der Dreck sei, benötige mittlerweile keiner Erörterung mehr, das sei ja hinlänglich bekannt). Daß es bisher nur Überlegungen sind, die ihren Ursprung in einer intensiven Beschäftigung mit der eigenen Religion haben, wurde mit dem eingangs von mir bereits erwähnten Muster mit norddeutscher Kaltschnäuzigkeit beiseite gewischt: Protestantismus ist gut, Katholizismus nicht.

Auch bei der Bedeutung, die man dem Gottesdienst beimessen solle, war keine Harmonie mehr herbeizuführen. Verständnislos und bestenfalls desinteressiert nahm mein meinen Wunsch nach einem angemessenen liturgischen Rahmen hin, auch das mache man doch besser mit Gott direkt aus. Denn eigentlich sei doch aus das hier: Privatsache.

Anglikanische Nonnen treten zur katholischen Kirche über – KATH.NET

„Elf anglikanische Ordensfrauen in Südengland sind gemeinsam mit ihrer Oberin zur katholischen Kirche übergetreten. Die Frauen aus der «Community of St Mary the Virgin», einem der ältesten Orden der englischen Staatskirche, wurden in Oxford feierlich in die katholische Kirche aufgenommen, wie die Tageszeitung «Witney Gazette» (Mittwoch) berichtete. Die Konvertitinnen beziehen demnach ein neues Heim; in ihrem alten Konvent bleiben 16 Frauen zurück.“

via Anglikanische Nonnen treten zur katholischen Kirche über – KATH.NET.